ITB - The Travel Network
3-5 März 2026
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Buchen ohne Bauchschmerzen - Sicherheit und Gastfreundschaft für die LGBTQ+-Community

Bei einer Paneldiskussion im LGPTQ+-Pavillon auf der ITB Berlin sprachen Vertreter*innen der Reisebranche darüber, wie Hotels und Destinationen einen inklusiven Tourismus anbieten können.

Wenn Karl Krause mit seinem Mann Dan Colijn ein Hotel bucht, dann geht das mit vielen Fragezeichen einher. Wie wird das Paar empfangen? Erntet es irritierte Blicke? Bekommt es das gewünschte Doppelbett? Zusammen bereisen die Gründer des mehrfach ausgezeichneten Reiseblogs Couple of Men die Welt. Die Unsicherheit, ob sie in ihrem Hotel wirklich willkommen sind, reist immer mit, berichtete Karl Krause auf dem Panel „Travel Proud - Making Travel Truly Inclusive“ im LGBTQ+-Pavillon auf der ITB Berlin.

Mit diesen Erfahrungen sind die Reiseblogger nicht allein. Stephanie Frank von Booking.com präsentierte eine Studie, nach der sich 52 Prozent der Gen Z als „etwas anderes als straight“ bezeichnen. 80 Prozent der Menschen aus der LGBTQ+-Community sorgen sich um ihre Sicherheit, wenn sie eine Reise buchen, und einer von dreien fürchtet das verurteilende Verhalten von Hotel-Mitarbeitenden. Aus diesem Grund bietet Booking.com ein kostenfreies Training für mehr Toleranz an. Mehr als 125.000 Travel Proud-Unterkünfte sind inzwischen auf der Website zu finden.

Karl Krause, Gloria Milani, Clark Massad und Stephanie Frank diskutieren auf einem Panel bei der ITB Berlin 2026.

Karl Krause, Gloria Milani, Clark Massad und Stephanie Frank (v. l. n. r.) beim Panel „Travel Proud - Making Travel Truly Inclusive“ auf der ITB Berlin 2026.

Label als Orientierung

Bereits seit 1983 sensibilisiert das Netzwerk IGLTA die Reiseindustrie für die Belange der Reisenden aus der Community. Als besonders prekär schätzt Bereichsleiter Clark Massad die Lage momentan für Trans-Personen ein, die an den Grenzen vermehrt Probleme mit dem Geschlechtseintrag in ihren Reisedokumenten bekämen. IGLTA bietet viele Hilfestellungen an wie einen Sprachguide sowie Trainings und Unterstützung bei der Erstellung von Marketingmaterialien. Bereits die Buchungsmaske sollten Hotels unterschiedliche Pronomen berücksichtigen, so Massad. Ein Label von IGLTA bietet Orientierung, welche Hotels sich offen gegenüber Reisenden aus der Community zeigen. Eine solche Zertifizierung komme auch bei anderen Reisenden gut an, die Werte wie Toleranz teilen.

Gloria Milani, Senior Director TMC’s & Consortia bei Accor, ist überzeugt, dass sich eine Sensibilisierung des Personals durch Schulungen auch wirtschaftlich auszahlt. Viele zu Accor gehörende Hotels seien bereits Travel Proud-zertifiziert. Sie profitieren von einem offenen Image und zufriedenen, wiederkehrenden Gästen.

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