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16. - 18. März 2027
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Klimaanpassung im Tourismus: Von Bewusstsein zu Handeln

Was hindert den Tourismus daran, Klimabewusstsein in Taten umzusetzen? Eine neue Umfrage von mascontour und der ITB Berlin zeigt die größten Herausforderungen und Chancen der Branche auf.

Zwei von drei Befragten aus der Tourismusbranche erwarten, dass sich der Klimawandel innerhalb der nächsten fünf Jahre erheblich auf ihre Destination auswirken wird. Dennoch geben lediglich 18 Prozent an, dass ihre Destination bereits eine Klimaanpassungsstrategie umgesetzt hat. Die Umfrage, an der 172 Tourismusvertreter aus 60 Ländern teilgenommen haben, macht eine der größten Herausforderungen der Branche deutlich: die Lücke zwischen dem Bewusstsein für Klimarisiken und der konsequenten Verankerung von Anpassungsmaßnahmen im Destinationsmanagement.

Der Tourismus ist auf intakte Ökosysteme, eine funktionierende Infrastruktur und attraktive Reiseziele angewiesen. Da der Klimawandel diese Grundlagen zunehmend beeinträchtigt, wird Klimaanpassung zu einer strategischen Kernaufgabe für Destinationen. Die kommenden fünf Jahre sind dabei entscheidend: In dieser Zeit werden Investitionen beschlossen, touristische Angebote entwickelt, Infrastruktur geplant und Budgets festgelegt. Die Umfrage zeigt, dass Klimaanpassung immer stärker nicht nur als Umweltfrage, sondern auch als Management- und Wettbewerbsfaktor verstanden wird.

Titelbild des Whitepapers von mascontour und der ITB Berlin.

Das aktuelle Whitepaper von mascontour und der ITB Berlin zeigt: Während das Bewusstsein für Klimarisiken zunimmt, ist die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen im Tourismus nach wie vor begrenzt.

Das Bewusstsein wächst, doch die Umsetzung hinkt hinterher

Obwohl das Bewusstsein für Klimarisiken hoch ist, bleibt die Umsetzung konkreter Maßnahmen begrenzt. Nur 18 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Reiseziel eine Strategie zur Klimaanpassung verabschiedet und umgesetzt hat. Viele andere befinden sich noch in der Planungsphase oder diskutieren mögliche Maßnahmen.

Die Umfrage zeigt eine deutliche Anpassungslücke: die Kluft zwischen dem Erkennen von Klimarisiken und deren Umsetzung in wirksame Anpassungsmaßnahmen. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass es vielen Destinationen inzwischen weniger an Problembewusstsein fehlt als vielmehr an der Integration von Klimaanpassung in Governance-Strukturen, Finanzierung und das tägliche Destinationsmanagement.

Anpassungsbemühungen nehmen trotz anhaltender Herausforderungen Gestalt an

Die Umfrage zeigt zugleich positive Entwicklungen. Viele Destinationen investieren bereits in Frühwarnsysteme, Krisenmanagement, den Austausch mit relevanten Akteuren sowie in die Integration von Klimaanpassung in die Tourismusplanung. Auch naturbasierte Lösungen, die Diversifizierung touristischer Angebote, die Modernisierung der Infrastruktur und Schulungen für Mitarbeitende gewinnen an Bedeutung und werden immer häufiger umgesetzt.

Größere strukturelle Veränderungen stehen dagegen vielerorts noch aus. Dazu gehören langfristige Finanzierungsmodelle, Notfall- und Kontinuitätspläne für Unternehmen, widerstandsfähige Lieferketten sowie die Verlagerung besonders gefährdeter Infrastruktur und Einrichtungen.

Entsprechend bewerten lediglich acht Prozent der Befragten die bisherigen Anpassungsmaßnahmen als wirksam oder sehr wirksam. Viele Initiativen befinden sich noch in einem frühen Stadium oder werden bislang nur punktuell umgesetzt. Insgesamt zeigt sich eine Branche im Wandel: Erste Maßnahmen sind auf den Weg gebracht, umfassendere Ansätze mit langfristigen Investitionen, institutioneller Zusammenarbeit und organisatorischen Veränderungen stehen jedoch vielfach noch aus.

Was den Fortschritt bremst

Zu den wichtigsten Erkenntnissen der Umfrage gehört, dass die größten Hindernisse für Klimaanpassung weniger in der Motivation als vielmehr in strukturellen Rahmenbedingungen liegen. Die Befragten nennen insbesondere unklare Zuständigkeiten, uneinheitliche politische Rahmenbedingungen und fehlende finanzielle Mittel als größte Hürden.

Entsprechend wünschen sie sich vor allem verlässliche mehrjährige Finanzierungsmodelle, klarere politische Leitlinien, stärkere institutionelle Kapazitäten sowie einen besseren Zugang zu Klimadaten und praxisnahen Instrumenten.

Die Ergebnisse machen deutlich: Dem Tourismus fehlt es heute nicht mehr an Bewusstsein für die Risiken des Klimawandels. Entscheidend sind vielmehr gute Rahmenbedingungen – von klaren Zuständigkeiten und Entscheidungsstrukturen über ausreichende Finanzierung bis hin zu starken institutionellen Kapazitäten –, um den Schritt von der Strategie zur Umsetzung zu schaffen.

Von der Klimaanpassung zum resilienten Tourismusmanagement

Das White Paper macht deutlich, dass Klimaanpassung nicht als isolierte Nachhaltigkeitsmaßnahme betrachtet werden sollte. Stattdessen sollte sie integraler Bestandteil eines resilienten Tourismusmanagements werden, das Klimaanpassung mit Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und langfristiger Zukunftsfähigkeit verbindet.

Das von mascontour entwickelte Resilient Tourism Model bietet hierfür einen praxisorientierten Ansatz. Es basiert auf vier miteinander verknüpften Dimensionen – Renew, Rebuild, Retain und Reinforce – und unterstützt Destinationen dabei, Klimaanpassung systematisch in ihre langfristige Planung zu integrieren, künftige Herausforderungen frühzeitig zu erkennen, natürliche, kulturelle und soziale Ressourcen zu schützen sowie Vorsorge-, Risiko- und Krisenmanagement zu stärken.

Anstatt lediglich auf einzelne Klimaereignisse zu reagieren, verfolgt resilientes Tourismusmanagement das Ziel, Destinationen dauerhaft auf veränderte Rahmenbedingungen vorzubereiten und ihre Attraktivität sowie Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern.

Bewusstsein allein reicht nicht aus, um resiliente Reiseziele zu schaffen

Klimaanpassung zählt inzwischen zu den zentralen strategischen Herausforderungen des Tourismus. Die Umfrage zeigt zwar ein wachsendes Problembewusstsein – doch dieses allein reicht nicht aus, um Destinationen widerstandsfähig zu machen.

Die Anpassungslücke zu schließen, wird künftig entscheidend sein, um Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit von Destinationen zu stärken. Dafür braucht es bessere Governance-Strukturen, langfristige Investitionen, integrierte Planungsprozesse und kontinuierliches Lernen innerhalb des gesamten touristischen Ökosystems.

Insgesamt verdeutlicht die Studie einen klaren Perspektivwechsel: Weg von der reinen Erkenntnis über Klimarisiken hin zum Aufbau der Strukturen, die wirksame Anpassung ermöglichen. Destinationen, die Klimaanpassung frühzeitig in ihre langfristige Planung und Entscheidungsprozesse integrieren, dürften künftig besser aufgestellt sein, um resilient und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Das vollständige White Paper mit allen Studienergebnissen (PDF, 6,0 MB)und praxisnahen Handlungsempfehlungen steht zum kostenfreien Download bereit.

Diskutieren Sie auf dem ITB Berlin Kongress 2027 mit internationalen Branchenexperten darüber, wie Destinationen den Wandel hin zu resilientem Tourismusmanagement erfolgreich gestalten können.

Hospitality, Destinations, Responsible Tourism, Kongress, CSR
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