Globale Umfrage zur Klimaanpassung im Tourismus
Wie gut sind Destinationen auf die Auswirkungen des Klimawandels vorbereitet? Eine Umfrage untersucht Risikowahrnehmung, institutionelle Reaktionen und die Lücke zwischen Ambition und Umsetzung.

© mascontour
Der Klimawandel ist für die Branche längst kein fernes Zukunftsszenario mehr – er prägt bereits heute Tourismusdestinationen und das Destinationsmanagement weltweit. Steigende Temperaturen, Extremwetterereignisse und zunehmende Umweltbelastungen erfordern nicht nur ein gestiegenes Problembewusstsein, sondern einen systematischen Wandel in Planung und Steuerung touristischer Angebote, um langfristige Resilienz aufzubauen.
Um besser zu verstehen, wie Destinationen dieser Herausforderung begegnen, führten das internationale Beratungsunternehmen mascontour und die ITB Berlin eine globale Befragung unter Tourismusakteur:innen durch. Zu den Teilnehmenden zählten Vertreter:innen von Destinationsmanagementorganisationen, öffentlichen Institutionen, Tourismusunternehmen, NGOs und Forschungseinrichtungen aus 60 Ländern.
Obwohl der Tourismus in hohem Maße anfällig für klimatische Veränderungen ist – da seine zentralen Ressourcen wie Natur, wetterabhängige Attraktionen und Infrastruktur direkt von Klimaauswirkungen betroffen sind – zeigen die Ergebnisse eine deutliche Anpassungslücke. Während eine große Mehrheit in den kommenden Jahren mit erheblichen Auswirkungen rechnet, haben bislang deutlich weniger Destinationen konkrete Anpassungsstrategien umgesetzt.
In internationalen Politik- und Forschungsdebatten gilt Anpassung als wesentliche Voraussetzung, um Risiken zu verringern und die langfristige Zukunftsfähigkeit des Tourismus zu sichern. Die Umfrage verdeutlicht jedoch, dass die Überführung dieses Bewusstseins in koordinierte und institutionalisierte Maßnahmen weiterhin eine Herausforderung darstellt.
Den Ergebnissen zufolge sind operative Maßnahmen wie Frühwarnsysteme und Krisenplanung vergleichsweise weiter fortgeschritten, während strukturelle Grundlagen – insbesondere Governance-Strukturen und langfristige Finanzierungsmechanismen – weniger entwickelt sind.
Die Ergebnisse werfen eine zentrale Frage für den Tourismussektor auf: Wie lässt sich Risikobewusstsein in wirksames und koordiniertes Handeln beziehungsweise in Managementlösungen übersetzen? Wie gelingt der Schritt vom Risiko zur Resilienz?
Die Resultate werden auf dem ITB Berlin Kongress 2026 vorgestellt und diskutiert:
The Climate Adaptation Gap in Tourism: From Risk to Resilience
Donnerstag, 5. März 2026
11:00 – 12:00 Uhr
Orange Stage, Halle 7.1a
Zur Veranstaltung: www.itb.com/de/besuchen/itb-kongress/itb-kongressprogramm#eventdate--The-Climate-Adaptation-Gap-in-Tourism%3A-From-Risk-to-Resilience--ed_0303
Eine Zusammenarbeit zwischen mascontour und der ITB Berlin