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16. - 18. März 2027
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Bedrohte Biodiversität - Kann die KI die Natur retten?

Auf der ITB Berlin unterstrich die Biologin Dr. Frauke Fischer die Bedeutung der Natur für Industrien wie den Tourismus. Tiere seien ein wichtiger Seismograf für Klimaereignisse.

Die Antwort auf die Frage ihres Vortrags und des gleichnamigen Buchs „Kann die KI die Natur retten?“ gab die Biodiversitätsexpertin und Gründerin der Agentur Auf! Dr. Frauke Fischer gleich zu Beginn: Die KI könne die Natur nicht retten, dazu sei nur der Mensch in der Lage. Und er sollte es tun, denn ohne das sensible Zusammenspiel von Tieren, Böden, Gewässern, Luft und Pflanzen würde keine Industrie funktionieren. Der Tourismus sei auf besondere Weise von intakten Ökosystemen abhängig, um seinen Kunden Naturerlebnisse und Erholung zu bieten.

 Dr. Frauke Fischer spricht auf der ITB Berlin Convention vor roter Bühne; ITB-Schriftzug und Screen im Hintergrund.

Biodiversitätsexpertin Dr. Frauke Fischer spricht auf der ITB Berlin Convention über den Beitrag von KI zum Naturschutz.

Schnelles Handeln erforderlich

Ob Wasser, das überwiegend aus Wäldern stammt, Insekten, die Blüten bestäuben, bis hin zu fruchtbaren Böden, die CO2 speichern: Die Natur ist ein zuverlässiger Dienstleister und sichert kostenfrei die Grundlage menschlicher Existenz. Doch durch den Rückgang der Biodiversität stehe ihre Existenz unwiederbringlich auf dem Spiel, betonte Dr. Frauke Fischer. Angesichts des zurückgehenden Bestands vieler Arten fordert sie ein Umdenken in allen Industrien. In Geschwindigkeit und Ausmaß müssten die Gegenmaßnahmen die Zerstörung überholen.

Um Daten zu analysieren, setze die Forschung auf KI. Die Technologie sei gut darin Muster zu erkennen, ob bei der Zerstörung des Regenwalds oder den Bewegungen eines Tieres, so Frauke Fischer. Als Beispiel nennt sie die Beobachtung von Walhaien. Der größte Fisch der Gegenwart ist vom Aussterben bedroht und kollidiert immer wieder mit Schiffen. Durch die KI-basierte Auswertung der Bilder von Tauchern auf Social Media konnten Forscher den Bestand präziser bestimmen und Bewegungsmuster vorhersagen – auch für Seeleute eine wichtige Information.

Seismograf für Klimaereignisse

Da Tiere sensibel auf Veränderungen in ihrem Umfeld reagieren, können sie Hinweise liefern auf Wilderei, Entwaldung, Vulkanausbrüche oder Erdbeben. Forscher lassen ihre Bewegungen durch KI analysieren. Das Gleiche gilt für akustische Signale, die Auskunft geben über den Zustand von Korallenriffen. Frauke Fischer rät Touristikern, Reisende über die biologischen Zusammenhänge in ihrer Region aufzuklären und Besucherströme zu kanalisieren. Dass Biodiversität und Business durchaus zusammenpassen, zeigt die Wissenschaftlerin mit ihrem Unternehmen PERÚ PURO. Die Schokoladenmarke bringt Regenwald-Aufforstung und Kakaoanbau zusammen.

Digitalisierung, Kongress, Events, CSR
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