Veranstalter:
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Datum der Veranstaltung:
3-5 März 2026
ITB - The Travel Network
3-5 März 2026
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Medical Spas wollen sichtbarer werden

Anbieter medizinischer Kur-Leistungen wollen mehr Anerkennung als Vorreiter natürlicher Lebensweise. Sie werben um Zuwendungen des öffentlichen Gesundheitswesens und um jugendliche Kunden.

Ein Jahr Prävention erspart die Kosten für sieben Jahre medizinischer Therapie. Mit dieser These fasste Siyka Katsarova, die Präsidentin der bulgarischen Vereinigung von Heilbädern und Spa-Tourismus-Anbietern, ihre Erklärung des derzeitigen Longevity- (Langlebigkeits-) Trends zusammen. Sie plädierte für die verstärkte Förderung von medizinisch indizierter Wellness. Fachleute unterstützten sie am Dienstag auf der ITB Berlin 2026 in dieser Haltung und forderten die stärkere Betonung des Werts solcher Therapien in nationalen und europäischen Gesundheitsstrategien.

Heilbäder seien nach der Pandemie besonders gefragt gewesen, sagte Katsarova, weil die Menschen endlich wieder an die frische Luft wollten. Und in Kurorten sei sie eben besonders frisch. Aber es müsse sich die Erkenntnis durchsetzen, dass natürliche Heilmethoden gegenüber pharmazeutischen Therapien zahlreiche Vorteile böten, insbesondere weil sie eine ganzheitliche Herangehensweise darstellten.

Paneldiskussion im Medical & Health Tourism Pavilion der ITB Berlin 2026; Publikum sitzt vor der Bühne.

Siyka Katsarova, Marina Lalli, Frank Halmos und Csilla Mezosi diskutieren im Medical & Health Tourism Pavilion der ITB Berlin 2026 über Longevity und Prävention.

Prävention lässt sich schlecht verkaufen

Neben genetischen Vorfestlegungen seien Programme für Fitness, geistige Gesundheit, natürliche Therapien und Präventionsstrukturen eine Voraussetzung für eine lange Spanne gesunden Lebens, sagte etwa Martina Lalli, Vizepräsidentin des italienischen Thermalquellen-Verbands Federterme. Das wirtschaftliche Problem der Kur-Anbieter, ob ganze Orte, Hotels oder Sanatorien, sei, dass sich Prävention schlechter verkaufen lasse, weil ihr Erfolg schlechter messbar sei.

Frank Halmos, CEO der Ensana-Hotelgruppe, nahm besonders jugendliche Kunden in den Fokus. „Wenn ein 70-Jähriger zu uns kommt und sein Leben verlängern will, habe ich gemischte Gefühle“, sagte er. Für wirksame Therapien komme es darauf an, die Jugend zu interessieren, damit sie vor vornherein gesünder lebt. Halmos sagte aber selbst, auch älteren Leuten könne mit einer ganzheitlichen Therapie wirkungsvoll geholfen werden. „Es kommt wirklich vor, dass sie danach ihre Krücken wegwerfen.“

Walderlebnis mit Bären

Lalli sagte, dieser Ansatz müsse auch der EU-Kommission so überzeugend vermittelt werden, dass sie ihn in ihre nächste Gesundheitsstrategie aufnimmt. Besonders der geistigen Gesundheit (mental health) könne nur selten mit pharmazeutischen Mitteln nachgeholfen werden. Halmos brachte als Beispiel ein Hotel in Transsylvanien, „wo Bären herumlaufen“, aber trotzdem mit der Erfahrung der beruhigenden und ausgleichenden Wirkung des Walderlebnisses Burnouts geheilt werden könnten. Er wandte sich gegen die Einführung von Robotern im Servicebereich, weil humane Interaktion nicht nur von den Kunden gewünscht wird, sondern auch ein erwiesener Bestandteil der Heilung seelischer Probleme sei. Schließlich waren sich alle Beteiligten der Podiumsdiskussion einig, dass medizinische Wellness ein grundlegendes Heilmittel sei.

Medical Tourism
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