Reiselust der Deutschen steigt trotz Krisen ungebrochen
Trotz steigender geopolitischer Spannungen steigt die Reiselust der Deutschen. Die Bilanz von DRV-Präsident Albin Loidl für das Reisejahr 2025 ebenso wie sein Ausblick für 2026 fielen positiv aus.
Ungeachtet wachsender weltweiter Spannungen geben die Deutschen so viel Geld für Reisen aus wie nie zuvor. Der Präsident des Deutschen Reiseverbandes (DRV), Albin Loidl, zog am Montag zur Eröffnung der ITB Berlin 2026 eine positive Bilanz des Reisejahres 2025. Mit Optimismus blickte er auch auf den kommenden Sommer. Die Urlauber buchten früher und legten mehr Wert auf Sicher¬heit und Qualität, sagte Loidl. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen im Iran erklärte er, man verfolge die Lage mit großer Sorge. Für die Branche habe die Sicherheit von Reisenden und Mitarbeitenden oberste Priorität; Reiseveranstalter beobachteten die Situation vor Ort sehr genau. Zugleich äußerte Loidl die Hoffnung auf Deeskalation und eine diplomatische Lösung. Die Ereignisse erinnerten daran, wie eng vernetzt – und zugleich wie fragil – die Branche sein könne; gerade in solchen Zeiten gelte: Reisen verbinde Menschen. Der östliche Mittelmeerraum und Spanien bildeten in diesem Jahr wie¬derum das Rückgrat der Sommerreisen.
Im vergangenen Reisejahr gaben die Deutschen laut Loidl die Rekordsumme von 88 Milliarden Euro für Reisebuchungen aus, fünf Prozent mehr als im Jahr davor und 20 Milliarden Euro mehr als vor der Pandemie. „Reisen ist kein Luxus, Reisen ist Teil des Lebens“, schloss Loidl daraus, „gerade in Zeiten ökonomischer Unsicherheit und globaler Herausforderungen.“
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DRV-Präsident Albin Loidl bei der Eröffnungspressekonferenz der ITB Berlin 2026.
Pauschalreisemarkt wuchs um neun Prozent
Besonders dynamisch entwickelten sich die Umsätze auf dem Pauschalreisemarkt. Sie stiegen um mehr als neun Prozent auf 43,4 Milliarden Euro. Damit entfiel fast jeder zweite investierte Euro auf Reise¬veranstalter. Als Gründe für diese Entwicklung nannte Loidl das gewachsene Sicherheits-bedürf¬nis sowie den Wunsch nach transparenten Kosten, Schutz vor finanziellen Verlusten und professioneller Unterstützung bei Krisensituationen.
„Zugleich sehen wir aber auch einen vorsichtigeren Umgang mit Geld“, warnte der DRV-Präsident. Die Ausgaben in Restaurants am Urlaubsziel seien gesunken, und es werde weniger für Ausflüge aufgewendet. Die Reisen an sich seien zwar „gesetzt“, sagte er. Es würden auch mehr All-Inclusive-Angebote gebucht, aber vor Ort werde dann doch gespart.
Der bereits 2025 beobachtete Trend, wieder früher zu buchen, setze sich 2026 fort, sagte Loidl. Schon jetzt überträfen die Sommer-Umsätze die des Vorjahres um sieben Prozent. Die Zahl der Reisenden sei bereits um vier Prozent höher.
Kreuzfahrten weiter ein „starker Pfeiler“
Kreuzfahrten und Pauschalflugreisen sind nach Loidls Worten die „starken Pfeiler“ der anstehenden Sommersaison. Für Schiffsurlaube sprächen transparente Preise und überzeugende umfassende Reiseangebote. Flugreisen seien im Umsatz um 14 und nach der Gästezahl um zwölf Prozent gestiegen. So sei die Reiseindustrie untrennbar mit dem Luftverkehr verbunden. Deshalb erneuerte Loidl die Forderung nach attraktiven und bezahlbaren Flugverbindungen aus dem Inland, ohne die Deutschland auch touristisch international an Wettbewerbsfähigkeit verliere.