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Blockchain, Metaversum, ChatGPT

Blockchain, Metaversum, ChatGPT

Wie verändern Tech-Innovationen die Reisebranche?

08. März 2023

Volles Haus beim ITB Berlin Kongress: Am Dienstagnachmittag präsentierten drei Expert*innen ihre Einschätzungen zum Potenzial neuer Technologien. Caroline Bremner von Euromonitor International berichtete über das Wachstumspotenzial des Metaversums und Leila Summer, CEO von PlayToChange, erläuterte, wie ChatGPT in Sekundenschnelle eine Reiseroute vorschlagen kann. Professor Dr. Alexander Knauer vom Blockchain Competence Center der Hochschule Mittweida führte aus, dass Blockchain-Technologien zwar derzeit in der Hype-Phase sind, aber erst in zwei bis vier Jahren praktische Anwendung in der Reisebranche finden könnten – weshalb es ratsam sei, sich schon heute damit zu beschäftigen.

Das Metaversum, eine virtuelle 3D-Welt, in der sich jeder als Avatar grenzenlos von Ort zu Ort bewegen kann, hat nach Einschätzung von Caroline Bremner großes Potenzial, vor allem, wenn die heute Heranwachsenden älter werden. "In Bezug auf Zahlungsabwicklung, Kundenbindungsprogramme und Reisevertrieb steht uns hier eine echte Disruption bevor", so Bremner. Sie verwies darauf, dass Barbados bereits mit einer Botschaft im Metaversum vertreten sei, und auch Städte wie Seoul und Helsinki auf die neue Technologie setzen.

Die Auswahl und das Vorab-Erleben von Reisezielen könnten Umfragen zufolge sogar zur zweithäufigsten Nutzungsform des Metaversums nach dem Gaming werden. Einige Hotels und Airlines arbeiten bereits mit Metaversum-Konzepten – und wenn neue Formen von Datenbrillen und hochleistungsfähige 6G-Netze verfügbar seien, werde die Technologie richtig durchstarten, prognostizierte Bremner, wobei Asien Vorreiter sein werde.

Die Nutzerzahlen von ChatGPT seien seit Ende November 2022 mit unglaublicher Geschwindigkeit in die Höhe geschnellt, berichtete Leila Summer. Die neue KI-Technologie überzeuge zum einen dadurch, dass man sich mit einem Computer fast wie mit einem Menschen unterhalten könne. Zum anderen ermögliche sie einen einfachen und beispiellos schnellen Zugang zu Informationen – zudem lernten die zugrundeliegenden Algorithmen ständig dazu. „Das wird wachsen und es wird Disruptionspotenzial für die Art und Weise haben, wie wir arbeiten“, beteuerte Summer.

Allerdings solle man ChatGPT weniger als Jobkiller sehen, sondern als Verstärker und als Hilfsmittel. So könne ChatGPT dabei helfen, E-Mails zu schreiben, Blogposts zu kürzen oder Produktbeschreibungen zu verfassen. Die KI habe auch die Fähigkeit, innerhalb von wenigen Sekunden einen Reiseablauf vorzuschlagen. Davon könnten Endverbraucher profitieren, aber natürlich auch Reisebüros und Reiseveranstalter.

Auch Blockchain-Technologien seien gekommen, um zu bleiben - davon zeigte sich Professor Dr. Alexander Knauer vom Blockchain Competence Center der Hochschule Mittweida überzeugt. An seiner Hochschule wird bereits an Anwendungsfällen für die Reisebranche gearbeitet. Als Beispiele nannte er ein Mobilitätskonzept für eine Kleinstadt, bei dem Roller und Nutzer über die Blockchain zusammenfinden, sowie neuartige Reiseversicherungen auf Blockchain-Basis, etwa gegen Zugverspätungen. Alexander Knauer räumte allerdings ein, dass sich die Technologie derzeit teilweise noch in der Hype-Phase des Gartner Hype-Zyklus befinde – und es noch einige Jahre dauern könne, bis die Technologie wirklich produktiv eingesetzt werden könne. Dennoch empfahl er Reiseunternehmen, sich bereits heute damit zu befassen, dies aber nicht alleine zu tun, sondern mit Partnern von Hochschulen, Start-ups oder etablierten Unternehmen.