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Rückkehr zur Normalität mit Verzögerung Geschäftsreisen sind teils noch weit vom Vor-Corona-Niveau entfernt

Rückkehr zur Normalität mit Verzögerung

Geschäftsreisen sind teils noch weit vom Vor-Corona-Niveau entfernt

08. März 2023

Bei den Geschäftsreisen hat sich die Rückkehr zur Normalität der Vor-Corona-Zeit um zwei Jahre auf 2026 verschoben. Unter anderem die Inflation, die wirtschaftlichen Probleme Chinas und ihre Auswirkungen auf die globalen Lieferketten führte die Global Business Travel Association (GBTA) am Mittwoch auf der ITB Berlin 2023 als Gründe dafür an. Auch die grundsätzlichen Parameter geschäftlicher Reisen hätten sich geändert, erklärte die CEO der GBTA, Suzanne Neufang.

Nach dem Absturz 2020 vollzog die Kurve zum Jahreswechsel 2021/22 einen steilen Peak, fiel aber seitdem wieder ab, etwa durch Chinas schnelle Öffnung und die große Erkrankungswelle dort. Die Kurve zeigt seitdem insgesamt nach unten – bis voraussichtlich 2026.

Die Entscheider über Dienstreisen hätten in der Pandemie gezwungenermaßen gelernt, dass virtuelle Meetings in mancher Hinsicht Vorteile böten, wenn auch andererseits der physische Kontakt nicht grundsätzlich zu ersetzen sei, so Neufang. Außerdem werde Nachhaltigkeit immer mehr zum Thema, und weniger Dienstreisen verringerten den CO2-Fußabdruck. Gleichwohl seien Geschäftsreisen zu internen Meetings nicht vollends außer Mode gekommen.

Finanzunternehmen und Versicherungen lägen deutlich an der Spitze der Branchen, die die Reisetätigkeit wieder weitgehend auf Vor-Corona-Niveau betrieben, berichtete Neufang. Am anderen Ende der Skala fänden sich NGOs und Stiftungen.

Immerhin 45 Prozent der Reisemanager hätten ihr Budget inzwischen aufgestockt. Angesichts allgemeinen Fachkräftemangels seien auch die Ansprüche der Reisenden gestiegen: Viele erwarteten, dass sie „blended travel“ praktizieren können, um etwa an eine Dienstreise noch ein paar Urlaubstage in der Zielregion anzuhängen. Eine Umfrage bei Reisemanager*innen habe ergeben, dass die Arbeitgeber in dieser Frage gespalten sind: 41 Prozent erlauben es, Tendenz steigend, 42 Prozent nicht.

Zusammenfassend zählte sie fünf Trends für Geschäftsreisen auf: China bleibe sehr schwer berechenbar, der Reisende an sich sei anspruchsvoller, der Wunsch nach „grünerem Reisen“ sei stärker, der Technologiewandel wirke sich bremsend aus und die persönlichen Reisen würden wieder eine große Rolle spielen.