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Klimanotstand: Wie werden Destinationen widerstandsfähiger?

Klimanotstand: Wie werden Destinationen widerstandsfähiger?

Um die Zukunft durch Klimaschutzmaßnahmen zu sichern, braucht es Zusammenarbeit

09. März 2023

Krisen durch den Klimawandel werden häufiger und treffen besonders die Destinationen direkt und unerbittlich. Gibt es Wege, die zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Zielgebiete beitragen können? Was für Strategien sind denkbar, um Destinationen zu mehr Klimaverantwortung zu bringen? Diesen Fragen ging ein Expert*innenpanel auf der ITB Berlin 2023 nach. Zusammenarbeit und einander zuhören sind demnach die Basis, auf der Lösungen gefunden werden können. „Wir müssen unsere Fähigkeiten kennen, um effektiv handeln zu können“, so Shannon Stowell, Vorsitzender der Adventure Travel Trade Association.

Shannon Stowell, Adventure Travel Trade Association: „Viele Akteur*innen in der Reisebranche haben endlich begonnen, Maßnahmen zu ergreifen. Jeder muss nun eine Antwort auf die Frage geben, was er tut, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen.“ Es müssten Reisen auf der Grundlage dessen entwickelt werden, was das Reiseziel braucht. „In Krisen können wir dank unserer weltweiten Netzwerke schnell reagieren“, so Stowell. „Wir müssen zusammenarbeiten und das Wissen aller Beteiligten nutzen. Wenn wir unsere Fähigkeiten kennen, kennen wir auch unsere Stärken, die wir einsetzen können.“

Lars Peter Nissen, Direktor der humanitären Gruppe ACAPS: In vielen Destinationen sei ein Großteil der kritischen Infrastruktur auf den Tourismus ausgerichtet, erklärte Nissen: „Das sind die Leute, die die Lastwagen, die Generatoren und alles andere haben, um die Dinge am Laufen zu halten.“ Das Wissen und die Fähigkeiten dieser Menschen müsse in alle Strategien integriert werden.

Gopinath Parayil, Vorsitzender von The Blue Yonder: „Bei den Auswirkungen der Klimakrise in den Destinationen kann und muss das Netzwerk der Tourismusbranche mit all dem vorhandene Knowhow ein relevanter Teil der Lösung sein. Wenn es keine Destination mehr gibt, gibt es auch keinen Tourismus mehr. Wir brauchen eine Plattform, wo wir zusammen kommen können und unsere Kräfte bündeln.“ Reiseunternehmen hätten Zugang zu Unterkünften, Lebensmitteln und Getränken sowie zu hochqualifiziertem Personal, das innerhalb kürzester Zeit eingesetzt werden kann. Das seien alles Dinge, die der humanitäre Sektor während einer Krise brauche, und all dies liege in der Tourismusindustrie brach.

Dr. Sreeja K.G., Direktorin bei EQUINOCT Community Sourced Modelling Solutions LLP: „Es geht um die Lebensgrundlagen der Menschen vor Ort. Um die zu schützen, müssen verschiedene Sektoren miteinander arbeiten, es ist nicht die Tourismusbranche allein. Eine funktionierende Kommunikation ist das Wichtigste. Es gibt nicht den einen Weg, der für alle funktioniert. Wir müssen den Menschen vor Ort zuhören, uns alle an einem Tisch setzen, und all unsere Fähigkeiten mit einbringen. Es geht um eine geteilte Verantwortung.“

Samuel Karani, General Manager für Ostafrika bei Intrepid Travel: „Umweltschutz kann dazu beitragen, den Tourismus zu verbessern.“ Dabei sei es wichtig, mit den Gemeinschaften vor Ort zusammen zu arbeiten, um deren Lebensgrundlage es letztendlich gehe.